Über die Flammen hinaus
Plus haut que les flammes
IV
Und du willst lernen
zu tanzen
auf dem verkohlten Seil
der Worte
siehe du bist ganz Wollen
ganz Absicht, heftige
Entschlossenheit
gleich einem
abgeschossenen Pfeil
oder einer Liebe,
die zu groß ist für dich
siehe du bist bereit
über deine Furcht hinaus
zu tanzen
blind und taub
für die Risse in allen Himmeln
die dir zerbrochen sind
seit du des Lesens mächtig bist
nie wirst du aufhören
Bücher und ihre Lehren zu kennen,
die roten
niemals wirst du vergessen
von welchem Blut du geboren wurdest
du wurdest geboren von jenen
anonymen Bajonetten
die da zerstießen die Leiber
der Frauen und der Fahnen
so wie diese Sprache,
die besudelte,
die du in den Adern trägst
menschlich bist du
und du weißt es
irdisch bist du und zur
Erde wirst du zurückkehren
die da die toten Leiber
kompostiert
wie die Überreste einer Mahlzeit
begleitet von Stiefeltritten
oder von Ansprachen
denn ein toter Leib ist ein toter Leib
selbst der eines Kindes
der mit größter Sorgfalt
für den Brandofen
bereitgemacht wird
selbst der einer Frau
deren sauer gewordene Brüste
niemand mehr
stillen
ist doch allen Erdböden
die gleiche Rinde gemein
porös wie Knochen
des Abends, wenn du
beim Lampenlicht wachst
du, reiner Wille
reine Sehnsucht nach Leichtigkeit
und Tanz
da doch das Kind,
das bei dir ist,
das Tanzen liebt
während es seine Muskeln der
modernen Magie entgegenstreckt
sowie den Djinnen
die es vermögen eine Stadt
in einen Feuerpilz zu verwandeln
du tanzt, vielleicht
einfach um die Träume
in des Schlafes Wirrnissen
im Gleichgewicht
zu halten
auch wenn deinen Schritten
der Einklang mit den
Sprüngen deines Schattens abhandenkam
bist du nicht eine,
die aufgibt
du, reines Wollen
reine Sehnsucht nach Raum
und Zukunft
du tanzt, das Kind
zwischen deine Brüste geschmiegt
ihr tanzt
bis dem Tag
schwindelt
ihr tanzt euren Tanz
wie ein
Glaubensbekenntnis
eine bescheidene Barmherzigkeit
gleich einem Bittgebet der Blumen
die an den
Marktständen
auf ein wenig Wasser
warten, das sie aufnimmt
du glaubst die Zeit
sei gekommen
Trost zu spenden
ist doch das Fleisch untröstlich
in diesem Schmerz
für den du noch nie
einen Ort fandest
in deiner Seele
ausgenommen vielleicht
in einer Erbsünde, welche mit
jeder Geburt wiedergeboren wird
gleich einem Ruf, entquollen
der Urmutter Erde
wenn sie denn sich entschließt
ihre Eingeweide wieder auszuspucken
der Schmerz ist ein
schwelender Vulkan
der dich erbeben lässt
bis der Zorn emporsteigt
du erkennst sie nicht wieder
diese Lava, die aus deinem wilden Herzen
emporschießt
ist doch der Zorn
die verzweifelte Energie der Liebe
die im Schmerz versteckt ist
und du tanzt mit dem Kind
in deinen Armen
du tanzt, um in deinem Innern
die kleine Orakelstimme zu ersticken
die da immer versucht ist,
Kanonenhagel und Kugelregen
vorherzusagen
kennst du doch ebenso viele Worte
für Unglück
wie für das Glitzern
der Flüsse
die ihre Wasser
dem Meer zuführen
die Katastrophe nicht ahnend
du sagst Katastrophe
gleich einem eindlosen
Ölfilm
der gesäubert werden muss
damit nicht deine Beine
in der Schwärze festkleben
Katastrophe gleich unserem Untergang
mit den Vögeln
während wir des Abends
bequem in unseren Wohnzimmern sitzen
aber du tanzt
um diesem Gefühl
Bewegung zu verschaffen
du gibst ihm Namen wie Schmerz, Zorn
oder Liebe
sobald du dir Zeit nimmst
deine Trauer anzunehmen
erscheint dir ein Garten
voller Synonyme
in dem du endlich die unbekannten
Urnen abstellst
deine aschgraue Haut
gleich einem konfessionslosen
Friedhof
eine Tierfrau
aus der Vorzeit
die ihrem Aussterben
entgegengeht
aber das Kind
ist nah und die Liebe
das Kind ist da und du tanzt
jene Reise aus undenklichen Zeiten
der du entstammst
denn dein Schädel trägt noch
die Blutspuren all jener Frauen
deren brustspaltende Schreie
die Herzen bloßlegten
das Kind ist bei dir und du
gehst wieder dem Schmerz entgegen
du wiegst ihn wie ein Fieber
das behandelt werden muss
damit es dich nicht dahinrafft
du trennst ihn langsam
von dem gesichtslosen
Leid
siehe, so bist du entschlossen
den Schmerz zu beweinen
entschlossen ihn zu lieben
wie er da liegt
auf den staubgewordenen
Knochenbergen
und im klebrigen Rauch
der die Städte
im Griff hält
du liebst ihn bis hin zum Schrei
des Opferlamms
das geschlachtet wird
unter dem Osterblick
der Päpste
Schrei der verängstigten
Neugeborenen
gleich den Kindern in Auschwitz
eingesperrt in der Finsternis
der Viehwagen
du weißt es, ihr wart immer
gemeinsam unterwegs
Menschen und Tiere
auf ein gemeinsames Schicksal zu
aber du tanzt
wie man das Überleben der Felder
feiert
zwischen zwei
Heuschreckenplagen
das Gesicht der Geschichte ist hässlich
das weißt du
die Geschichte ist ein Raubtier
ihre Sorge ist es nicht
die Ernten zu verschonen
auch nicht die Kinder
die gleich Garben
zum Abschiedsmahl versammelt sind
denn es kommt nicht darauf an
welcherart das Fleisch ist
wenn der Baal das Messer wetzt
du bist nicht die erste
die da tanzt und du weißt es
sie schwingt noch mit
in deinen Schritten, die
menschenfressende Musik
mit der du eines Julinachmittags
zur Welt kamst
in deinen Schritten ist alles
Blut der Welt
seit dem Bestehen
der Welt
sind da die Herzen
die wegen ihrer Unerschrockenheit
gefressen werden
und es gibt das Schweigen
das über die Schädel hinwegkriecht
und doch klopft der Morgen
immerfort
ans Fenster
und du wirst wieder zu derjenigen
die sich an ihren Füßen festhält
wie an einer Erinnerung
die Saugnäpfen gleicht
Erd- oder
Meerwurm, Bandwurm
Fadenwurm
der die Hand des Henkers
zerfressen will
du tanzt bis der Tag
die Größe des Kindes in deinen Armen
erreicht hat
seine Fragen
tragen schon Wunden
und also deine Liebe
die niemals Antworten finden wird
du hast keine Lehren
zu erteilen
kein Land zu versprechen
du bist keine Prophetin
und du weißt es
nur eine Bettlerin
die Momente des Glücks erbettelt
die sind immerfort
verzerrt wie die Münder
im Rot von Francis Bacon
eine Meteorologin
auf der Lauer
im Auge eines Sturms
der genug Kraft besitzt
Bäume und Träume auszureißen
doch du hältst dich aufrecht
und du tanzt
mit diesen Schmetterlingen
im Herzen
da sie nirgends sonst
Schutz finden
Siehe du bist stark genug
die für immer in Trauer
gehüllte Welt
bei dir einzulassen
sie zu tragen, zu wiegen
solange du lebst
trotz deines tropischen
Herzens
besitzt du noch genug Rhythmusgefühl
um mit dem Kind im Auge des Zyklons
Walzer zu tanzen
denn hier ist das Wetter blau
und nächtet
sternbesät
und du willst
hochschauen
höher als die Mauer
deines Auges
du willst dahin schauen
wo die Gesichter noch
Gesichtern gleichen
und Städte Sätzen,
die nicht sterben
sobald sie über die Lippen kommen
gibt es doch eine Sprache
die behutsam spricht
aus der Tiefe deines
wunden Atems
oder wenn du vor
den Grabsteinen stehst
wo der Boden so sehr zerbröselt,
dass die Toten sich anschicken
sich in ihren Stimmen zu regen
alsbald kannst du hören
wie die Klage der Welt
sich loslöst
gleich einer Physik
des Schmerzes
einer Wissenschaft, die es
zu verstehen gilt
bevor du deine letzten Bilder erblickst
trotz deines tropischen Herzens
bist du noch nicht zu alt
für die Lehren der Winde
die dich umkreisen
sie umkreisen dich
doch du tanzt
mit dem Kind und der wilden Hoffnung,
dem Gemurmel der Erde
zu antworten
die Erde wartet weder
auf Reue noch auf Gebete
sie will nur den Kreislauf
von Aussaat und Ernte
wiederfinden
und das einfache Wasser
mit dem der Frühling begossen wird
und die spiralförmigen Salbungen
auf den Köpfchen der Neugeborenen
selbst wenn sie zittert
lässt eine einzige Geste zuweilen
die Worte im Fleisch auferstehen
welche da unterm Staub
erstickt waren
gleich einem Testament
des Schattens
das du deinem eigenen Fleisch
einritzt
denn die Erinnerung an die Toten
sucht nach einer Herberge
sie bittet dich
zu trinken
und zu tanzen
und du lässt sie mit dem Kind
Walzer tanzen
trunken vor Freude
über diese Kreise
die du ausdehnen willst
bis sie die unzerstörbaren Wände
deiner Furcht
einreißen
selbst auf die Gefahr
einer möglichen Vergeltung
vonseiten der Winde oder Vulkane hin
selbst wenn du müde bist
ist in deinen Armen
das Kind, das dich ansieht
und obwohl du nicht furchtlos bist
wirst du
zu einer Frau voll Tapferkeit
einer Frau der offenen Fenster
fähig über den Tag hinaus
zu wachsen
dein Skelett ist robuster
als du dachtest
es verrät dich noch nicht
ebenso wenig verrätst du
jene winzige Welt
die an deinem Hals hängt
wie ein Mysterium
das dich lachend
bittet
weiter
zu tanzen
IV
Et tu veux apprendre
à danser
sur la corde calcinée
des mots
te voici pur vouloir
pur dessein, détermination
violente
lancée
comme une flèche
ou un amour
trop vaste pour toi
te voici prête
à danser
par-delà ta peur
aveugle et sourde
aux craquements de tous les ciels
qui se sont cassés
depuis que tu sais lire
tu ne cesseras jamais de savoir
les livres et leurs leçons
rouges
jamais tu n’oublieras
de quel sang tu es née
tu es née des baïonettes
anonymes
qui ont ouvert la chair
des femmes et des drapeaux
telle cette langue
souillée
que tu charries dans tes veines
tu es humaine
et tu le sais
tu es terrienne et tu retourneras
à la terre
qui composte
les cadavres
comme des restes de table
à coup de bottes
ou d’oraisons
car un cadavre est un cadavre
même enfant
dont on prend grand soin
en le préparant
pour le fourneau
même femme à la poitrine
surie
qui n’a plus rien
à allaiter
d’un sol à l’autre
c’est la même écorce
poreuse comme des os
le soir quand tu veilles
sous la lampe
toi, volonté pure
pur désir de légèreté
et de danse
puisque l’enfant
près de toi
aime danser
les muscles tendus
vers la magie moderne
et les génies capables de transformer
une ville
en champignons de feu
danser, peut-être
simplement pour tenir
les songes en équilibre
dans le remous
du sommeil
après avoir perdu
le pas qui rythmait
chaque sursaut de ton ombre
tu n’es pas une femme
à renoncer
toi, pur vouloir
pur désir d’espace
et d’avenir
tu danses, l’enfant
collé contre tes seins
vous dansez
jusqu’à l’étourdissement
du jour
vous dansez la danse
comme une profession
de foi
une charité bien ordonné
une supplication de fleurs
qui attendent
chez les marchands
un peu d’eau
pour les accueillir
tu crois le temps
venu
de consoler
la chair inconsolable
de cette douleur
que tu n’as jamais
su où loger
en toi
sinon en une faute
renaissant à chaque naissance
comme un appel
surgissant de la terre
ancestrale
quand elle se décide
à recracher ses entrailles
la douleur est un volcan
mal éteint
qui te secoue
jusqu’à la colère
tu ne reconnais plus
cette lave
surgie de ton cœur sauvage
car la colère est l’énergie
désespérée de l’amour
tapi dans la douleur
et tu danses avec l’enfant
dans tes bras
tu danses pour essouffler en toi
la petite voix d’oracle
toujours tentée
de prédire la poudre
et le canon
tu connais autant de mots
pour le malheur
que pour le miroitement
des fleuves
quand ils mènent leurs eaux
jusqu’à la mer
sans soupçonner la catastrophe
tu dis catastrophe
comme une huile
sans fin
à nettoyer
avant que tes jambes
ne s’engluent dans le noir
catastrophe, comme on sombre
avec les oiseaux
le soir dans les salons
bien assis
mais tu danses
pour faire bouger
cette émotion
que tu appelles douleur, colère
ou amour
dès que tu prends le temps
de soulever ta peine
pour voir apparaître
un jardin de synonymes
où tu déposes enfin les urnes
inconnues
ta peau gris cendre
comme un cimetière
profane
une animale échappée
de la préhistoire
qui avance
vers sa disparition
mais l’enfant
tout près et l’amour
l’enfant et tu danses
le voyage immémorial
dont tu as surgi
le crâne encore tâché
du sang de toutes les femelles
hurlant à se déchirer
jusqu’au cœur
l’enfant et tu recommences
à approcher la douleur
et la bercer telle une fièvre
qu’il faut soigner
avant qu’elle ne t’emporte
tu la sépares peu à peu
de la souffrance
sans visage
te voici résolue à pleurer
la douleur
résolue à l’aimer
dans les montagnes
d’ossements
retournés à la poussière
comme dans la fumée gluante
emprisonnant
les villes
tu l’aimes jusqu’au cri
de l’agneau
qu’on égorge
sous le regard pascal
des papes
cri de nourrissons
terrifiés
tels les enfants d’Auschwitz
enfermés dans le noir
des fourgons à bestiaux
tu le sais, vous avez toujours
cheminé
humains et bêtes
vers un destin commun
mais tu danses
comme on fête
la survivance des champs
entre deux invasions
de sauterelles
l’histoire est laide
et tu le sais
l’histoire est rapace
elle n’a aucun souci
d’épargner les récoltes
ni les enfants
réunis en gerbes
pour un dernier repas
car peu importe la chair
quand le ventre fait briller
le couteau
tu n’es pas la première
à danser et tu le sais
elle résonne encore
dans tes pas la musique
cannibale
d’où tu es sortie
un après-midi de juillet
dans tes pas, il y a tout le sang
du monde
depuis que le monde
est monde
il y a les cœurs
mangés
pour leur audace
et le silence rampant
sur les crânes
mais le matin cogne
sempiternel
à la fenêtre
et tu redeviens celle
qui s’agrippe à ses pieds
comme un souvenir
de ventouses
ver de terre
ou de mer, ténia
douve, filaire
qui veut faire pourrir
la main du bourreau
tu danses le jour
jusqu’à la grandeur de l’enfant
dans tes bras
ses questions déjà
blessées
et ton amour
qui ne pourra jamais répondre
tu n’as pas de leçons
à donner
pas de terre à promettre
tu n’es pas prophète
et tu le sais
seule un mendiante
de bonheurs
sans cesse tordus
comme des bouches
rouge Francis Bacon
une météorologue
aux aguets
dans l’œil d’un cyclone
si puissant qu’il peut arrache
les arbres et les rêves
mais tu te tiens droite
et tu danses
avec ces papillotes
cachés dans ton cœur
à défaut d retrouver
d’autres refuges
te voici assez forte
pour accueillir en toi
le monde
à jamais endeuillé
le porter, le bercer
aussi longtemps que tu vivras
malgré ton cœur
tropical
tu as encore assez de rythme
pour faire valser l’enfant
au centre du cyclone
car ici le temps
est bleu et nuit
avec étoiles
et tu veux voir
haut
plus haut que le mur
de ton œil
tu veux voir là où les visages
ressemblent encore
à des visages
et les villes, à des phrases
qui ne périssent plus
entre les lèvres
il y a bien une syntaxe
pour parler doux
au fin fond
de ton souffle blessé
ou devant les pierres
tombales
quand le sol devient si friable
que les morts se mettent à remuer
dans leur voix
tu peux alors entendre
se détacher
la plainte du monde
comme une physique
de la douleur
une science
à comprendre
avant tes dernières images
malgré ton cœur tropical
tu n’es pas encore trop vieille
pour la leçon
des vents qui t’encerclent
ils t’encerclent
mais tu danses
avec l’enfant et l’espoir fou
de répondre
au murmure de la terre
la terre n’attend pas
le repentir ni la prière
elle veut retrouver le cycle
des semailles
et des moissons
et l’eau humble
jetée sur le printemps
et les onctions en spirales
sur la tête des nouveau-nés
même tremblant, un geste
ressuscite parfois
la chair des mots
étouffés
sous la poussière
comme un testament
de l’ombre
que tu graverais
dans ta propre chair
car la mémoire des morts
cherche une demeure
elle te demande
à boire
et à danser
et tu la fais valser
avec l’enfant
enivré par la joie
de ces cercles
que tu veux agrandir
jusqu’à ébranler
les parois indestructibles
de ta peur
peu importe la possible
vengeance des vents
ou des volcans
peu importe ta fatigue
dans tes bras
il y a l’enfant qui te regarde
et même sans bravoure
tu deviens une femme
de courage
une femme de fenêtres ouvertes
capable de déborder
le jour
tes os sont plus solides
que tu ne crois
ils ne te trahissent pas encore
et tu ne trahiras pas
le monde minuscule
accroché à ton cou
comme une mystère
qui t’implore
en riant
de continuer
à danser