Das Haus nach Einbruch der Dunkelheit im Winter

The House After Dark in Winter

 

Die Lampen gelöscht, Mondlicht vergnügt sich in der Küche,

bescheint den Kühlschrank, beleckt das Buttermesser.

Auf dem Tisch liegt der Tag, wieder fein säuberlich in Umschläge verstaut.

Niemals so hübsch ordentlich wie die Nachricht bei ihrem Eintreffen. Sperriger.

Langsamer Gang durch den Korridor. Ein Wandleuchter hält die Westwand

fest, ihre Kühle. Kaltluft steigt aus dem Keller.

Der Leib, seiner selbst gewahr, weil er Schlaf braucht, unternimmt

das Treppensteigen mit Vorsicht. Der Treppenabsatz im Dunkeln.

Das Buch, lesezeichenmarkiert und zur Nacht beiseitegelegt. Das Haus

lässt sich zur Ruhe nieder. Mitternacht, eine Frau in ihrer Klause.

Heim und Haus sind das Gleiche nicht. Wir vermissen das eine (wo jetzt

der andere lebt), die andere heiratete, die Neue, das Flittchen.

Unterkunft und Verpflegung finden sich, aber es ist nicht Dasselbe.

Erdgeschoß, erster Stock, Zimmer für dieses und jenes.

Warum haben wir keine besseren Worte für die geliebten Dinge?

Wären wir grandioser, hätten wir einen Erkerturm, ein Solarium, eine Kuppel,

meine Vorratskammer gäbe ich dafür jedoch keinesfalls her.

Emily war in der Vorratskammer, damit beschäftigt Milch abzusahnen, als ein Gedicht

herabstieg.

Wer jemals in einer Milchkammer gearbeitet hat, weiß, wie man Milch abbrüht.

Auf die Frage, ob sie eine Haushälterin oder einen Eisschrank wolle,

wählte Virginia Woolf die Haushälterin. Zeit verdirbt am schnellsten.

Ich denke an all die Frauen, die in einem Haus am Wasser schrieben,

ihre Worte waren Laternen, in die Fernen geneigt.

Am Morgen

wird mein Atem im Korridor vor mir hergehen

das Licht wird nicht haltmachen, sobald es über dem Fluss ist.

The lamps extinguished, moonlight carouses the kitchen,

takes a lick to the fridge, a lick of the butter knife.

On the table, the day folded back into envelopes.

Never as neat as the news when it came. Bulkier.

Slow walk of the hallways. A sconce fixing the west

wall, the coolness of it. The cellar conferring its air.

The body, aware of itself because it needs sleep, takes

precautions up the stairs. A dark landing.

The book marked and put down for the night. The house

settling on its plot: midnight, a woman in conclusion.

Home and house are not the same. We miss one (who lives

there now), wed the other. Wife to the hus, hussy.

Though room & board can be bought, it’s not the same.

Upstairs, downstairs, rooms for this and that.

Why aren’t there better words for what we love?

If we were grander we’d have an aerie, solarium, cupola

but I’d not leave the pantry for that prospect.

Emily was in the pantry, skimming milk, when a poem came down.

Anyone who’s worked in a milk room knows about the scalding.

Asked if it was going to be a maid or an icebox,

Virginia Woolf chose the maid. Time spoils fastest.

I think of all those women who wrote in a house near water

their words tilting lanterns over distance.


In the morning,

my breath’ll be in the hall before me

the light will not stall once on the river.